Die Luft zum Atmen wird auf unsem schönen Planeten zunehmend verdreckt, Dieselabgase sind der wesentliche Beschleuniger. Die Konsequenz sind eine Zunahme von Krankheiten wie Pseudokrupp, Bronchitis, Atemwegsinfekten und -allergien

 

  • Atemwegsallergien: Pollen (Heuschnupfen und Bindehautentzündung), Asthma bronchiale

Häufigkeit und Ursachen: In den Industrieländern treten Atemwegsallergien seit mehreren Jahrzehnten immer häufiger auf. In den Entwicklungsländern der 70er Jahre waren Allergien eher eine Ausnahme, inzwischen  nimmt deren Häufigkeit auch dort zu, da sich die unsichtbare Dreckwolke über den ganzen Globus verteilt; dazu tragen auch Flugzeugabgase bei, die höchste Zahl an Atemwegsallergien besteht aber innerhalb der Städte. Es gibt schon seit den 90er Jahren eindeutige wissenschaftliche Belege, dass der wesentliche Grund dafür in der Art der Schadstoffbelastung der Luft liegt, insbesondere in den winzig kleinen Rußpartikeln aus Dieselmotoren. Diese Schwebstoffe verbinden sich mit den Allergenen in der Luft und sorgen dafür, dass die Allergenbelastung immer länger andauert. Blüht z.B. die Birke 2-3 Wochen, dann sind die Allergene der Birke inzwischen bis zu 6 Wochen in der Luft vorhanden. Außerdem sind die Staubpartikel so klein, dass sie tief in die Atemweg eindringen.

Damit steigt das Risiko, eine Allergie zu entwickeln und die Betroffenen haben viel länger Beschwerden als noch vor 30 Jahren.

 

 

 

 

 

Kofaktor Rauchen:  Raucher schon immer ein erhöhtes Risiko für die chronische Bronchitis, den Raucherhusten, der zur chronisch obstruktiven Lungenerkrankung COPD und zu Krebserkrankungen der Atemwege führt und in Kombination mit den Dieselabgasen auch das Allergierisiko boostern kann.

Von den Pollen- und Hausstauballergikern haben 30% neben den Nasen- und Augenbeschwerden auch asthmatische Beschwerden.

Nach Pollen und Hausstaubmilben spiele Tierhaarallergien immer noch eine Rolle, allen voran die Katze.

 

  • Kontaktallergene: allergisches Kontaktekzem

Die Häufigkeit der  Kontaktallergien ist über die Jahrzehnte etwa konstant geblieben, im beruflichen Bereich sogar rückläufig durch erfolgreiche Präventionsmaßnahmen der Berufsgenossenschaften. Nickel ist immer noch das häufigste Kontaktallergen. Wir sehen in der eigenen Praxis eine Zunahme von  Ekzemen durch Allergie auf Acrylkleber (künstliche Fingernägel) und es gibt inzwischen in der Literatur einige Berichte über allergische Reaktionen auf Tattoo- Farbe.

 

 

  • Bienen- und Wespengiftallergie

Wer in unregelmäßigen Abständen alle paar Jahre einen Stich erleidet, hat die höchste Wahrscheinlichkeit für eine Insektengiftallergie. Wir können durch einen Bluttest feststellen, ob und in welchem Grade Sie allergisch sind. Bei gering gradigem Allergisierungsgrad erhalten Sie Notfallmedikamente, die Sie dann zur entsprechenden Jahreszeit  mit sich führen; bei schwerer Symptomatik wird eine spezifische Immuntherapie durchgeführt (s.u.)

 

 

  • Nahrungsmittelallergie

Echte Nahrungsmittelallergien sind bei Erwachsenen selten, bei Kindern -inbesondere mit Neurodermitis-  häufiger (diese Nahrungsmittelallergien verschwinden bei den Kindern oft bis zum 4. -6- Lebensjahr spontan).

Magen Darm Beschwerden wie Völlegefühl, krampfartige Schmerzen, Blähungen, Durchfall als alleinige Symptome sind fast nie Ausdruck eine Nahrungsmittelallergie (solche Beschwerden sollten daher zuerst beim internistischen Facharzt für Gastroenterologie abgeklärt werden: Unverträglichkeit von Milchzucker, Fruchtzucker, FODMAPS, Reizdarm)

Eine Sonderform der Nahrungsmittelallergie ist das orale Allergiesyndrom, eine sogenannte Kreuzallergie zwischen einigen Allergenen aus Pollen und Lebensmitteln, am bekanntesten die Kreuzallergie zwischen Birkenpollen und Äpfeln, Kirschen, Pfirsichen, Nektarinen u.a.

 

  • Spezifische Immuntherapie SIT

(gebräuchliche Synonyme:  Hyposensibilisierung oder Desensibilisierung)

Die meisten Therapien von Allergien sind symptomlindernd. Ziel ist natürlich auch immer die Allergenmeidung. Wenn eine Meidung nicht möglich ist und ab einem bestimmten Schweregrad der Symptome wird eine SIT empfohlen. Sie ist möglich gegen die gängigen Pollen, Hausstaubmilben, Schimmelpilze (echte Schimmelpilzallergien sind selten) sowie Insektengift. Bei entsprechender Indikation ist die SIT ab dem 6. Lebensjahr durchführbar.