Schuppenflechte (Psoriasis) und Neurodermtitis (atopisches Ekzem)

 

Dies sind die in Europa häufigsten chronischen Hauterkrankungen. Die Mehrheit der Betroffenen hat bei der Neurodermitis glücklicherweise milde Verlaufsformen, auch wenn aufgrund des chronischen Charakters der Erkrankung immer bzw. immer wieder behandelt werden muss. Manchmal gibt es natürlich schicksalhaft schwere Verläufe. Für alle Schweregrade stehen heute stadiengerechte Therapien zur Verfügung, so dass stationäre Behandlungen in Hautkliniken wegen dieser beiden Diagnosen heute deutlich seltener und die Aufenthaltsdauern wesentlich kürzer geworden sind. So waren Kinder mit schwerer Neurodermitis Anfang des 20. Jahrhunderts im Durchschnitt 6 Monate wegen der Erkrankung in stationären Einrichtungen untergebracht.
Diese positive Entwicklung ist vor allem auf neue Behandlungsmöglichkeiten zurück zu führen.
Neue Entwicklungen der letzten 20 Jahre bis heute wollen wir Ihnen hier kurz vorstellen:

  1. Äußerliche Behandlungen
    – antientzündliche Salben mit den Wirkstoffen Pimecrolimus und Tacrolimus für die Neurodermitis und für die Schuppenflechte im Gesicht
    – sog. Vit.D Analoga (Calcipotriol, Tacalcitol und Calcitriol) als Creme und Salbe, ferner Lösung (für den Kopf) bei Psoriasis.
    – neue Therapieschemata, z.B. die proaktive Therapie, d.h. Anwendung von Wirkstoffen vor dem nächsten Schub
    – sparsamer Einsatz von Cortison; neuere, nebenwirkungsärmere Cortisone (z.B Prednicarbat, Mometason oder verestertes Prednisolon)

 

  1. Innerliche = systemische Therapien:

– altbewährte Substanzen wie Methotrexat (bei Schuppenflechte mit und ohne Gelenkrheuma) oder Acitretin (bei Schuppenflechte mit Pustelbildung), Ciclosporin (bei schweren Formen von Schuppenflechte und auch bei Neurodermitis)

– seit den 90er Jahren Fumarsäureester bei Schuppenflechte, Seit Oktober 2017 mit dem Nachfolgewirkstoff Dimethylfumarat,

– Alitretinoin (bei schweren Handekzemen, die vor der Zulassung dieses Medikaments nicht behandelbar waren)

– Apremilast (bei Schuppenflechte)

– „Biologika“ für die Schuppenflechte (Etanercept, Infliximab, Adalimumab, Ustekinumab, Secukinumab, Ixekizumab, Brodalumab, Guselkumab und weitere neue Substanzen; diese Medikamente haben einen spezifischen Effekt auf die Entzündungsreaktion und dadurch viel weniger Nebenwirkungen als z.B. Cortison. In dieser Gruppe sind in den nächsten Jahren noch weitere Neuzulassungen zu erwarten. Biologika für die Neurodermitis: die erste Substanz wurde Dezember 2017 zugelassen (Dupilumab), weitere sind in den nächsten Jahren zu erwarten.

– Lichttherapie. Wir verwenden eine Ganzkörper- Bestrahlungskabine mit 311 nm Narrowband UV Licht. Alternativ bei Schuppenflechte: Die „Bade- Photo- Therapie“ (diese bieten wir selber nicht an, können Sie aber weiter überweisen).

 

Unsere Praxis ist Mitglied

im Psoriasis Netz Südwest,

und im nationalen Schuppenflechtenregister PSO Best am Uniklinikum Hamburg Eppendorf:

Competenzzentrum Versorgungsforschung in der Dermatologie, Institut für Versorgungsforschung in der Dermatologie
Prof. Dr. Matthias Augustin
Martinistraße 52
20246 Hamburg

und im Neurodermitis Register TREAT

Zentrum für Evidenzbasierte Gesundheitsversorgung (ZEGV),

Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät Carl Gustav Carus,

TU Dresden,

Fetscherstraße 74,

01307 Dresden

 

Wir nehmen aktiv an klinischen Studien mit neuen Medikamenten bei Psoriasis teil. Wenn Sie Interesse an der Teilnahme an einer Studie haben, sprechen Sie uns an.